Wanderweg: 
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Viele Abenteuer und neue internationale Freundschaften

Deutsch-Griechisches Outdoor Jugend Camp

Das Deutsch-Griechische Outdoor Jugend Camp hat dieses Jahr das erste Mal stattgefunden und war ein voller Erfolg. Insgesamt 37 Jugendliche aus Deutschland (DWJ LV NRW, Förderkreis Ferienzentren e.V. (Föfe)) und Griechenland (Trekking Hellas West Thessaly) trafen sich in den griechischen Bergen und erlebten ein abwechslungsreiches Programm voller Action und Natur, welches es schaffte auch die Jugendlichen einander näher zu bringen.

Im Folgenden könnt ihr eine Art Tagebucheintrag zu jedem Tag nachlesen.

30./31.07.16

Am 30. Juli diesen Jahres haben wir uns auf den weiten Weg in die griechischen Berge gemacht zum Deutsch-Griechischen Outdoor Jugend Camp. Zunächst ging es von Bochum aus über Freiburg und Lörrach, wo wir noch unsere deutsche Partnergruppe Föfe eingesammelt haben, dann weiter nach Ancona. Dort gingen wir auf die Fähre von Anek Lines, welche uns in ca. 15 Stunden nach Igoumenitsa fuhr (inklusive Pool an Bord). Zeit war genug, um noch mit einem interkulturellen Mau-Mau die Teilnehmer auf das Camp und eine andere Kultur vorzubereiten.

1.8.16

In Griechenland wurden wir dann von einem Bus abgeholt und direkt zum Camp unserer griechischen Partnergruppe Trekking Hellas West Thessaly gefahren. Sogleich wurden wir mit dem griechischen Essen verwöhnt. Und während wir unsere Zelte einrichteten, kamen auch schon die griechischen Teilnehmenden an. Gemeinsam aßen wir Mittagessen und in der ersten gemeinsamen Runde haben wir uns gegenseitig vorgestellt und die ersten Gemeinsamkeiten entdeckt - natürlich alles auf Englisch. In der großen Campolympiade konnte sich jedes Team (gemischt aus deutschen und griechischen Teilnehmenden) den unterschiedlichen Aufgaben stellen. Von Geschicklichkeit, Kreativität, Sprache, Teamwork und Geographischen Kenntnissen, war für jede*n was dabei. Um sich von der anstrengenden Anreise erholen zu können, liesen wir den Abend am Lagerfeuer bei einigen Singspielen ausklingen.

2.8.16

Nach unserer obligatorischen Runde am Morgen ging es zum Pool im Nachbarort. Dort konnten wir das heiße Wetter genießen, uns gut abkühlen und uns für die anstehende 3-Tages Tour "Pindos Crossing" stärken. Diese starteten wir nach einer ausreichenden Mittagspause und dem heiß geliebten Snack "Lukumades". Auf kleinen Pfaden durch den Wald, bergauf und bergab, erreichten wir unser Camp 1, wo wir unter freiem Sternenhimmel mit vielen Sternschnuppen schlafen konnten. Aber nicht bevor noch in einigen international-gemischten Gruppen Karten gespielt und am Lagerfeuer gesessen wurde.

3.8.16

Der Morgen wurde mit dem griechischen "Mountain Tea" frisch vom Feuer gestartet (dieser war so lecker, dass sich fast alle deutschen Teilnehmenden den Tee in der Stadt in den folgenden Tagen gekauft haben). Während unsere durch den Raureif feuchten Schlafsäcke in der Sonne trockneten, begannen wir unsere Runde mit einigen Aufweckspielen. Nachdem wir zusammengepackt hatten, ging es auch schon weiter auf unserer "Pindos Crossing - Tour", welche uns in ein kleines Dorf führte, wo es für einige erst einmal ein "Fredo Cappuccino Metrio" zum wirklichen Aufwachen gab. Dann ging es weiter durch eine kleine Schlucht, durch Bachläufe hindurch und schließlich zu einer kleinen Badestelle, wo sich auch einige dem eiskalten Wasser stellten. Der Weg verlief nach der Mittagspause oberhalb der Schlucht und ermöglichte uns wunderschöne Blicke in die Landschaft. Unser Camp 2 erreichten wir bereits gegen 17 Uhr, wo es zunächst zwar ein wenig nieselte, aber dann auch wieder aufhörte. Für die, die sich noch nicht genug bewegt hatten, gab es auch ausreichend Platz, um Fußball zu spielen. Alle anderen hatten Zeit zum entspannen. Zum Abendessen wurde natürlich über dem Lagerfeuer gegrillt. Und während der Himmel wieder aufzog und einen atemberaubenden Blick auf die Sterne bot, wurde noch ein Nachtgeländespiel gespielt.

4.8.16

Der letzte Tag des "Pindos Crossing". Heute war ein bisschen Ausschlafen angesagt. Dann ging es noch einmal einige Höhenmeter hinauf, wo wir unseren heiß ersehnten Snack verspeisten. Den Rest des Weges ging es bergab. Der Bus brachte uns zurück zum Camp, wo wir erst einmal genug Zeit hatten zum Duschen und Ausruhen, bevor es im Nachmittagsprogramm verschiedene Workshopangebote gab: Adventure Park, Volleyball, Armbändchen knüpfen und Slackline. Nach dem Abendessen (in Griechenland mit 21 Uhr immer sehr spät, aber der Magen gewöhnt sich doch sehr schnell an die Essenszeiten), gab es noch einmal internationales Programm mit "Teamer vs. Participants".

5.8.16

Um 5.30 Uhr ging es heute schon los!!! Bis 6 Uhr mussten wir gegessen haben, da dann der Bus abfuhr. Heute stand der Rafting Trip auf dem Programm. Dieser fand in der berühmten Vikos-Schlucht statt, welche allerdings ca. 3 h vom Camp entfernt ist. Während fast alle Teilnehmenden ihren Schlaf im Bus nachholen konnten, bot sich allen Wachgebliebenen ein landschaftliches Spektakel am Busfenster, als es die ersten Einblicke in die Schlucht gab. An der Station gab es noch einmal die Möglichkeit, sich ein kühles Getränk zu gönnen, bevor jeder seine Ausrüstung bekam: Helm, Schwimmweste und Neoprenschuhe. Dann fuhren wir in kleinen Gruppen zum Ausgangspunkt für unser Rafting-Abenteuer. Und was für ein Abenteuer es war! Zwar hatte der Fluss nicht so viel Wasser wegen der vielen Sonnentage, trotzdem war die Landschaft und das Wasser ein reines Naturschauspiel. Rechts und links zogen sich meterhohe Felswände, das Wasser war türkisfarben und so klar, dass man den Boden gestochen scharf sehen konnte. An einer Stelle konnte man sogar von den Felsen ins einige metertiefe Wasser springen. Und auch wenn das Wasser wieder eisig war, so trocknete ein warmer Sommerwind unsere Klamotten gleich wieder. Zum Abschluss ging es noch eine Wasserrutsche mit dem Rafting-Boot hinunter. Zur Stärkung gab es erst einmal Mittagessen an der Station. Anschließend fuhren wir mit dem Bus in die Stadt Ioannina, wo wir in Grüppchen die Stadt erkunden konnten und das beste Eis überhaupt zu uns nehmen konnten, welches uns Romanos zeigte. Entgegen aller Erwartungen ("bestimmt schlafen alle, sobald wir losfahren") entpuppte sich die Heimfahrt zu einem Spektakel an englischen, deutschen und griechischen Gesängen und es wurde klar: Spätestens jetzt war aus drei Gruppen eine große internationale Gruppe geworden.

6.8.16

Heute stand der Plastira Lake auf dem Programm, welcher inmitten der Berge liegt. Eine Stunde Fahrt benötigten wir dorthin. Das Wetter konnte nicht besser sein. Nach einer Einweisung bekamen wir unsere Schwimmwesten und konnten mit unterschiedlichen Wasserfahrzeugen (Kanus, Tretboote, Wasserfahrrad) den See erkunden.  Unter der Aufsicht unserer Dreirad-Bademeister (siehe Bild) durften wir sogar im gut temperierten Wasser schwimmen. Ein wirklich gelungener Tag der mit erfrischenden Getränken im Schatten und später im Camp mit einem gemeinsamen Film endete.

7.8.16

Heute fuhren wir zu den Meteora-Klöstern, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Vorher hatte sich jeder entscheiden können, ob er dort klettern, oder eine Trekkingtour mitmachen möchte, welche zu einem der Klöster führte.

Bericht der Trekking-Gruppe: Sofort zu Beginn machten wir die Bekanntschaft mit einer einheimischen Schildkröte, sowie einer monstergroßen, fetten, dicken, ebenso heimischen Spinne. Nach etwas Bewegung genossen wir dann unseren Snack, bevor es über Felsen weiter bergauf ging und uns mehr und mehr eine wahnsinnig schöne Aussicht geboten wurde. Mit dieser Aussicht als Hintergrund machten wir ein paar geniale Fotos (Panoramafoto, wo alle zweimal drauf sind). Bei unserem finalen Stop am großen Meteora Kloster lernten wir die heimische Kultur noch besser kennen. Zudem hat uns Romanos so Einiges über die Geschichte der Klöster und der Landschaft erzählt. Mit einem Trampelpfad den Berg hinunter, in Richtung Bus, endete dieser wunderschöne Trip.

Bericht der Kletter-Gruppe (aus Sicht einer Teilnehmerin): Als wir ankamen, war ich ziemlich aufgeregt. Als ich jedoch am Berg war, habe ich alles um mich herum vergessen und konnte, oben angekommen, die schöne Aussicht genießen. Zwischendurch haben wir einen Snack zur Stärkung zu uns genommen. Nach dem Klettern wollten wir eigentlich zu einem Café gehen. Jedoch sind wir einen falschen Weg gegangen und ein sehr hohen Berg hoch gelaufen. Dadurch konnten wir nochmal eine atemberaubende Aussicht genießen. Allerdings mussten wir den Berg natürlich auch wieder runter laufen. Nach einiger Zeit sind wir an dem Café angekommen. Es war ein schöner und abenteuerreicher Tag. Sowas wird man nicht nochmal erleben können, weswegen ich froh bin, dass ich dabei war.

Gegen Nachmittag waren wir dann im Camp zurück und starteten unseren gemeinsamen deutsch-griechischen Abend. Es gab Gruppen, die sich um verschiedene Aufgaben kümmerten: Die griechischen Vorspeisen, der deutsche Hauptgang (Kässpätzle) und den Nachtisch (Apfelkuchen mit Vanilleeis), sowie die Dekoration und die deutschen Geburtstagsspiele. Nach dem gemeinsamen Festschmaus, wo das griechische Küchenteam extra bedient wurde, gab es dann einen typisch deutschen Kindergeburtstagsabend, welcher von den deutschen Teilnehmern organisiert war. An verschiedenen Stationen konnten die griechischen Jugendlichen sich an den deutschen Geburtstagsspielen ausprobieren. Dabei wurde sich rege ausgetauscht, was schon bekannt war und was nicht.

8.8.16

Da gäbe es mal wieder einen entspannten Morgen und dann sowas: Ein Gewitter ist früh am Morgen aufgezogen und hat uns mit einigem Regen versorgt. Das erste Mal Regen im Camp! Und ausgerechnet heute, wo wir doch nachmittags auf unsere 2-Tages-Tour auf den Mount Koziakas aufbrechen wollten, welcher vom Camp aus jeden Tag zu sehen war. Heute leider nicht mehr. Wir liegen tief in den Wolken und unsere 2-Tages-Tour steht auf der Kippe. Trotzdem genießen wir den Vormittag im kleinen Nachbardorf Elati, welches schöne Einkaufsmöglichkeiten, Sportmöglichkeiten, aber auch Cafés bot. Das Wetter war inzwischen schon besser geworden, zumindest kein Regen mehr. Die Gruppen waren gemischt unterwegs und die griechischen Jugendlichen unterstützten uns bei der Verständigung in den lokalen Läden. Mit unserer Rückkehr im Camp wurde leider langsam klar, dass unsere Tour auf den Gipfel des Mount Koziakas leider aufgrund des anhaltenden bewölkten Wetters nicht stattfinden konnte. Unsere Betreuer gestalteten aber ein tolles Alternativprogramm: Es gab wieder viele unterschiedliche Workshopangebote: Bogen schießen, Flying Fox, Ultimate Frisbee, Armbändchen, Tischtennistunier und Slackline. Den Abend bestritten wir mit einem Nachtgeländespiel auf dem Camp.

9.8.16

Unser letzter ganzer Tag im Camp, das wird uns so langsam bewusst. Als gesamte Gruppe entschieden wir den Vormittag gemeinsam bei einem Bio-Landhotel zu verbringen, zu welchem wir zu Fuß gehen konnten. Dort gab es wieder optimale Sportmöglichkeiten und der Inhaber führte uns sogar durch seinen Garten und informierte uns, was er so anbaut und wie das alles in den Bergen Griechenlands wächst. Im Café gab es dann frisch geernteten Erdbeer-Smoothie. Den Nachmittag verbrachten wir mit gemeinsamen Abschieds-Party-Vorbereitungen. Während die Cocktailbar schon vorbereitet wurde, briet ein Lamm über dem Feuer, welches wir zum Abendessen serviert bekamen. Und dann geht alles ganz schnell. Wir tanzen bis in die Nacht hinein. Genießen die gemeinsamen Momente, schwelgen in Erinnerungen bei einer Diashow und tanzen sogar gemeinsam den Sirtaki. Gänsehautmomente! Ins Bett gehen will eigentlich keiner.

10./11./12.8.16

Der letzte gemeinsame Tag ist angebrochen. Jetzt hieß es erst einmal packen und die Zelte wieder auf Vordermann bringen. Anschließend trafen wir uns in der Runde. Dort bekam jeder ein T-Shirt, welches wir uns gegenseitig mit Erinnerungen beschrifteten. Dann began tatsächlich unsere allerletzte Runde. Viele schöne Erinnerungen wurden ausgetauscht, schöne Momente mitgenommen, lästige Momente zurückgelassen, Dank ausgesprochen. Auch Tränen fließen, werden durch Gruppenumarmungen getröstet. Man merkt: Hier ist etwas passiert, hier sind Freundschaften entstanden. Was erhofft man sich mehr mit internationaler Jugendarbeit?

Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen kommt auch schon der Bus für uns deutsche Teilnehmer und es geht los auf unsere lange Heimreise. Am Hafen gibt es noch einmal griechische Pitas, welche wir feiern. Auch die anderen Passagiere werden während des Wartens mit unseren Gesängen unterhalten. Wir genießen noch die letzten vielen Stunden auf der Fähre und im Bus, bis es auch für uns heißt: Auf Wiedersehen und hoffentlich bis nächstes Jahr!

 

Vielen Dank an alle Teilnehmenden und Betreuenden, welche dieses Camp zu so etwas Besonderem gemacht haben!

 

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Galerie

(welche in den nächsten Wochen mit weiteren Bildern versorgt wird).

 

Gefördert durch das Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen und Jugend