Home Neuigkeiten 25.09.2009 - "Jugendverbände verabschieden jugendpolitische Forderungen zur Landtagswahl 2010"
25.09.2009 - "Jugendverbände verabschieden jugendpolitische Forderungen zur Landtagswahl 2010"
Geschrieben von: Mike Clausjürgens   

Am 17. September 2009 trafen sich die Jugendverbände in Nordrhein-Westfalen zur Vollversammlung und verabschiedeten im Hinblick auf die Landtagswahl 2010 einen 8-Punkte-Forderungskatalog. Darin stellten sie klare Positionen auf, um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

Die Jugendverbände fordern:

  1. Grundlegende Veränderungen und weitaus höhere Investitionen im Schulsystem: Gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen bis zur 10. Klasse und ein flächendeckendes, qualitativ gut ausgebautes Ganztagsschulsystem, das sich an den konkreten Bedarfen der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien orientiert.
  2. Ausbildung und Arbeit für alle jungen Menschen: Jedem jungen Menschen muss nach dem Schulabschluss ein Angebot für eine qualifizierte Berufsausbildung gemacht, perspektivlose Warteschleifen müssen abgeschafft werden. Politik muss Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen, damit ausreichend Ausbildungsplätze geschaffen werden, und eine Umlagefinanzierung für Betriebe einführen, die nicht ausbilden. Prekäre Beschäftigung muss abgeschafft werden, der Zugang zu guter und gerecht bezahlter Arbeit muss für jeden Menschen möglich sein.
  3. Verstärkte Anstrengungen zur Verringerung von Kinder- und Familienarmut: Es muss eine Grundsicherung für alle Bürgerinnen und Bürger eingeführt werden. Für Kinder muss es zusätzlich eine von den Eltern unabhängige, bedarfsgerechte Grundsicherung geben. Es muss ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn festgelegt sowie flexible Arbeitszeitmodelle geschaffen werden, die die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit verbessern. Kinderbetreuungsplätze müssen kostenlos für alle Kinder angeboten werden.
  4. Ausbau der Beteiligung und Mitspracherechte von Kindern und Jugendlichen: Das Wahlalter muss bei allen Wahlen auf 14 Jahre gesenkt, Mitbestimmungsrechte insbesondere in der Schule stärker ausgebaut und Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden.
  5. Die Integration von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien stärker fördern: Junge Menschen aus Zuwandererfamilien müssen die Möglichkeit haben, sich in eigenen Jugendverbänden zu organisieren. Dafür müssen sie von Kommunen und Land mit zusätzlichen Ressourcen gefördert werden.
    Für langjährig hier lebende geduldete Flüchtlingskinder muss es eine großzügige Bleiberechtsregelung geben, damit sie die Chance bekommen, sich eine berufliche und persönliche Zukunftsperspektive aufzubauen.
  6. Rechtsextremismus offen bekämpfen: Die Landesregierung NRW sollte sich für ein Verbot der NPD und anderer rechtsextremer Gruppierungen einsetzen. An allen Bildungseinrichtungen muss die altersgerechte politische Bildung gefördert werden. Alle politisch Verantwortlichen sollten - gerade im Vorfeld von Wahlen - Rechtsextremismus in jeglicher Form offensiv bekämpfen und klar und öffentlich für kulturelle Vielfalt und Toleranz eintreten.
  7. Ehrenamtliches Engagement stärken: Die Landesregierung ist gefordert, die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement in der Jugendhilfe zu verbessern. Bei Arbeitgebern muss die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements sowohl für die berufliche Tätigkeit als auch für unser Gemeinwesen stärker bewusst gemacht werden. Im Ehrenamt erworbene Kompetenzen müssen bei der Anrechnung auf Studienleistungen stärker berücksichtigt werden.
  8. Eine Erhöhung des Kinder- und Jugendförderplanes: Die Mittel für die außerschulische Jugendarbeit müssen mindestens auf 96 Mio. Euro erhöht werden, damit allen Kindern und Jugendlichen ein angemessenes Bildungs- und Freizeitangebot gemacht und soziale Ausgrenzung und Isolation verhindert werden kann.


Die jugendpolitischen Forderungen zur Landtagswahl 2010 wurden einstimmig von den Jugendverbänden verabschiedet.




Der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen (LJR NRW) ist die Arbeitsgemeinschaft von derzeit 24 auf Landesebene anerkannten Jugendverbänden in NRW. Der LJR NRW vertritt die Interessen der Jugendverbände und junger Menschen in NRW und engagiert sich in Grundsatzfragen der Kinder-, Jugend-, Bildungs- und Gesellschaftspolitik.